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Wohnquartier im Wandel

Das Quartier in Darmstadt-Bessungen wird über ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk mit Wärme versorgt. Der erzeugte Strom fließt ins allgemeine Netz. V.l.n.r.: Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, Servicecenterleiter Thomas Türkis und Geschäftsführer Dr. Constantin Westphal (beide Nassauische Heimstätte) in der Heizzentrale. Foto: NHW/Marc Strohfeldt.

Darmstadt – Es ist mehr als nur eine Modernisierung. Mit einer energetischen und sozialen Quartiersentwicklung bringt die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt ihre Wohnungen in der Goethe- und der Eichbergstraße in Darmstadt-Bessungen auf einen modernen und zeitgemäßen Stand. Über den Stand der Dinge informierte sich Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen bei einem Rundgang mit Geschäftsführer Dr. Constantin Westphal, Regionalcenterleiter Ulrich Albersmeyer und Servicecenterleiter Thomas Türkis. Neben mehr Wohnkomfort bekommen die Mieter auch einige Erleichterungen für den Alltag. Bis 2021 sind im Quartier Gesamtinvestitionen von rund 15,5 Millionen Euro geplant. Ein Ortsbesuch mit fünf Stationen:

Station 1: Heizzentrale: Das Herzstück der Quartiersentwicklung. Von hier aus werden alle Gebäude künftig über ein Nahwärmenetz versorgt. Im neu errichteten Heizhaus kommt eine Kombination aus Spitzenlastkesseln und Blockheizkraftwerk zum Einsatz. Weitere Verbraucher könnten, falls notwendig, problemlos in das Nahwärmenetz eingebunden werden. In den modernisierten Wohnungen wurden die veralteten Elektro-Nachtspeicheröfen ausgebaut und durch effiziente und zeitgemäße Heiztechnik ersetzt. Der Primärenergiebedarf sinkt dadurch um rund 84 Prozent von ca. 250 KWh/qm auf rund 40 KWh/qm. Die Heizzentrale wurde an die Giebelseite der Goethestraße 26 angebaut und wird durch die Unternehmenstochter MET betrieben.

Station 2: Modernisierter Bestand: Die sechs Gebäude mit 108 Wohnungen aus dem Jahr 1955 werden an heutige Energie- und Baustandards angepasst. Die Fassaden bekommen eine Wärmedämmung, die Balkone werden durch größere Vorstellbalkone ersetzt. Hauseingänge erhalten eine neue Tür-/Briefkastenanlage, Treppenhäuser einen frischen Anstrich. Bäder, Küchen und Flure werden saniert, Elektroinstallationen erneuert. Los ging`s im Frühjahr 2018 mit den ersten 30 Wohneinheiten in der Goethe- und der Eichbergstraße. 2019 und 2020 werden jeweils weitere 24 Wohnungen in der Eichberg- und der Goethestraße modernisiert. 2021 werden die Arbeiten mit 30 Wohnungen in der Hermannstraße abgeschlossen. Parallel dazu werden die Gebäude aufgestockt, wodurch 24 neue Wohnungen entstehen. „Das zeigt, wie ernst wir unseren gesellschaftlichen Auftrag nehmen, bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit geringen Einkommen zu schaffen, der auch in Darmstadt dringend benötigt wird“, so Westphal.

Station 3:Smart Home und MieterApps: Sieben der aufgestockten Wohnungen sind Teil eines Pilotprojekts für Smart-Home-Lösungen. Licht, Rollläden und Heizung lassen sich mittels App steuern und programmieren. Die Heizungssteuerung regelt beim Lüften sogar automatisch die Heizkörper. Darüber hinaus werden die Hauszugänge mit KIWI ausgestattet, einem schlüssellosen Zugangssystem, mit dessen Hilfe sich in Echtzeit steuern lässt, wer zum Zugang eines Gebäudes berechtigt ist und wer nicht. Neben dem Komfortgewinn für die Mieter erleichtert das System die Zusammenarbeit mit Dienstleistern und Handwerkern, da bei Bedarf der Zugang auch aus der Ferne freigegeben werden kann. Des Weiteren können alle Mieter im Quartier die mit dem deutsch-schweizerischen Technologieunternehmen Allthings entwickelte Mieter-App nutzen. Sie können sich etwa über das Angebot von Vereinen, sozialen Einrichtungen, Gastronomie und Einzelhandel informieren und die diversen Services der Nassauischen Heimstätte – etwa den Flohmarkt, die Leihbörse, den kostenlosen Reparaturservice oder die Paketbox – in Anspruch nehmen, einen passenden Ansprechpartner für ihr Anliegen suchen und mit diesem direkt in Kontakt treten.

Station 4:Paket- und Lastenradstation: Pakete zuverlässig und zeitunabhängig versenden und empfangen – mit einer Paketbox wird das zukünftig möglich sein. Über die Systemplattform sind Zustelldienste und Bewohner direkt miteinander vernetzt. Die Bedienung erfolgt u?ber das Touchdisplay der Anlage, das Online-Portal sowie eine App. Voraussichtlich ab Oktober 2019 können die Mieter zwei elektrisch betriebene Lastenfahrräder des Start-Ups Sigo für den umweltfreundlichen Einkauf nutzen.

Station 5: Carsharing-Parkplätze: Die Nassauische Heimstätte stellt dem Car-Sharing-Anbieter und Kooperationspartner stadtmobil zwei Parkplätze zur Verfügung. Im Gegenzug genießen die Mieter Sonderkonditionen. Unter anderem entfällt die übliche Aktivierungsgebühr von 30 Euro. Gezahlt wird nur für die Nutzungszeit und die gefahrenen Kilometer. Benzin und Vollkaskoversicherung sind inklusive. Die Unternehmensgruppe fördert im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie die Nutzung dieser Fahrzeuge mit Gutscheinen für ihre Mieter. Für Geschäftsführer Westphal steht fest, dass das Quartier in Bessungen ein Prototyp ist: „Wir erleben ein Wohnquartier im Wandel. Neuer Wohnraum entsteht, aber auch der Wohnkomfort für die Menschen, die bereits hier leben, wird deutlich verbessert. Genau so stelle ich mir das Wohnen der Zukunft vor.“

Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt
Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt mit Sitz in Frankfurt am Main und Kassel bietet seit 95 Jahren umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Wohnen, Bauen und Entwickeln. Sie beschäftigt rund 730 Mitarbeiter. Mit rund 58.000 Mietwohnungen in 128 Städten und Gemeinden gehört sie zu den führenden deutschen Wohnungsunternehmen. Das Regionalcenter Wiesbaden bewirtschaftet rund 11.600 Wohnungen, darunter rund 5.800 Wohnungen direkt in Wiesbaden, und hat mit dem Servicecenter in Darmstadt eine Außenstelle. Unter der Marke „ProjektStadt“ werden Kompetenzfelder gebündelt, um nachhaltige Stadtentwicklungsaufgaben durchzuführen. Bis 2023 sind Investitionen von rund 1,9 Milliarden Euro in Neubau von Wohnungen und den Bestand geplant. 4.900 zusätzliche Wohnungen sollen so in den nächsten fünf Jahren entstehen.