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Wer findet den Frosch?

Fotokarten mit Müllmotiven waren während der Umweltspiele ein wichtiges Utensil. Foto: UGNHWS Joachim Keck.

Wiesbaden. – Am Ende kamen viele Kinder noch einmal zurück, um sich persönlich zu bedanken: So viel Spaß hatten sie an diesem Nachmittag gehabt. Kein Wunder, denn für die „Umweltspiele“ hatte sich Umweltpädagogin Nicola Böye ganz besondere, phantasievolle Aktionen ausgedacht. Seit 2015 betreibt die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt im Wiesbadener Europaviertel das Projekt „Kleine Feger“, das Kinder frühzeitig dazu anleiten soll, Verantwortung für Sauberkeit und Lebensqualität im eigenen Umfeld zu übernehmen. So sind die Kleinen Feger – im Alter zwischen vier und 12 Jahren – regelmäßig mit Bollerwagen, Eimern, Plastikhandschuhen und Greifzangen auf den Spazierwegen und Spielplätzen in der Nachbarschaft unterwegs und sammeln fleißig Müll. Drei Mütter begleiten sie dabei und bringen gerne auch einmal selbstgebackenen Kuchen und Getränke zur Stärkung für die rund 20 kleinen Aktiven mit.

Die „Umweltspiele“ am 24. August sollten das Thema Müll, Mülltrennung und Erhalt der Natur noch einmal verdeutlichen und vertiefen. Wer kommen wollte, der kam und war willkommen; eine Anmeldung war für diese offene Veranstaltung nicht erforderlich. Insgesamt, so schätzt Carmen Neumann-Hofmann vom Kompetenzcenter Sozialmanagement und Marketing der Nassauischen Heimstätte, nahmen 30 Kinder, darunter auch Zwei- und Dreijährige bis hin zu zwölfjährigen Teenager, daran teil. Und sie alle machten begeistert mit.

Gefährliches Brennglas bei der Dürre

Zunächst legte Nicola Böye jede Menge Fotokarten aus, auf denen verschiedene Motive zum Thema Müll abgebildet waren: im Meer treibende Plastiktüten, überquellende Papierkörbe, meterhohe Müllberge und Glasscherben auf dem Waldboden. Jedes Kind durfte sich ein Bild aussuchen und sollte dann den anderen erklären, warum seine Wahl darauf gefallen war. Dabei kamen viele überraschende Aspekte zu Tage, etwa wie gefährlich es sein kann, wenn Glasflaschen im Wald zerschlagen wird. Die gekrümmten Scherben könnten nämlich wie ein Brennglas wirken und bei der aktuellen Dürre einen furchtbaren Waldbrand entfachen. Auf einer vergrößerten Darstellung konnten die Kinder erkennen, dass mittlerweile überall auf der Welt kleine Kunststoffteilchen zu finden sind, im Wasser ebenso wie im Sand. Diese sogenannten Mikroplastik-Partikel enthalten häufig Giftstoffe und werden erst im Laufe von 100 Jahren abgebaut. „Auf diese Weise wollen wir den Kindern zeigen, dass es beim Müllsammeln um viel mehr geht als nur um Sauberkeit“, erklärt Oksana Schäfer von CASA e.V., dem Centrum für aktivierende Stadtteilarbeit, die das Projekt der Kleinen Feger seit kurzem professionell betreut. „Unser Ziel ist es, sie für einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen und für den Umweltschutz zu sensibilisieren.“      

Zu einem spannenden Gedächtnistraining lud das nächste Spiel ein, für das Umweltpädagogin Böye viele kleine Tiere im Gebüsch versteckte: Hier lugte ein Frosch, dort eine Fledermaus zwischen Sträuchern hervor, hatte sich eine Libelle auf einem Zweig niedergelassen, hockte ein winziger Igel hinter einem Stein, und im Laub hielt sich die Ameise versteckt. Jedes Kind sollte die Szenerie genau mustern und sich insgeheim so viele Tiere wie möglich merken.

Floßfahrt mit Rückenwind

Geschicklichkeit war beim Basteln von Miniatur-Flößen aus Weinkorken und Zahnstochern gefragt. Wer wollte, konnte dazu noch ein farbenprächtiges Segel aus bunter Pappe aufspannen, was bei der anschließenden Regatta im Wasserbecken sicherlich von Vorteil war. Da wurden die Backen um die Wette aufgeblasen, um den nötigen Rückenwind für die kleinen Schiffe zu erzeugen. Bei so viel Aktivität darf eine Stärkung natürlich nicht fehlen: Apfelstücke, Wassermelone, Brezeln und Getränke fanden reichlich dankbare Abnehmer. „Eine schöne, runde Sache“ war dieser Nachmittag, resümiert Carmen Neumann-Hofmann. Und die fröhlichen Kinder, die zu ihr und den anderen Betreuern gelaufen kamen, um noch einmal Dankeschön zu sagen, haben diesen Eindruck voll und ganz bestätigt.

Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt mit Sitz in Frankfurt am Main und Kassel bietet seit 95 Jahren umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Wohnen, Bauen und Entwickeln. Sie beschäftigt rund 730 Mitarbeiter. Mit rund 60.000 Mietwohnungen in 140 Städten und Gemeinden gehört sie zu den führenden deutschen Wohnungsunternehmen. Der Wohnungsbestand wird aktuell von rund 260 Mitarbeitern in vier Regionalcentern betreut, die in 13 Service-Center untergliedert sind. Das Regionalcenter Wiesbaden bewirtschaftet rund 11.600 Wohnungen, darunter rund 5.800 Wohnungen direkt in Wiesbaden, und hat mit dem Servicecenter in Darmstadt eine Außenstelle. Unter der Marke „ProjektStadt“ werden Kompetenzfelder gebündelt, um nachhaltige Stadtentwicklungsaufgaben durchzuführen. Bis 2021 sind Investitionen von rund 1,5 Milliarden Euro in Neubau von Wohnungen und den Bestand geplant. 4.900 zusätzliche Wohnungen sollen so in den nächsten fünf Jahren entstehen.

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