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Vorbildlicher Nachwuchs: Kinder kämpfen gegen Wegwerf-Irrsinn

Fulda – „Denk Mal“ steht in großen Buchstaben auf einem der vielen Schilder. Darauf zu sehen ist ein Junge, der seinen Müll ordnungsgemäß in einen extra dafür vorgesehenen Behälter wirft. Darunter steht in fetten Lettern: „So bleibt Ziehers Nord sauber – sei auch mit dabei“. Das Schild ist eines von knapp 100 Motiven, das in einer Gemeinschaftsaktion der „Kleinen Feger“ der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt, des AWO-Stadtteilbüros und der Geschwister-Scholl-Schule entstanden ist. Derartige Gemeinwesenaktionen im Stadtteil werden gefördert durch das Sozialbudget des hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. Im Rahmen des Sommerfests der katholischen Kirchengemeinde St. Paulus und der evangelischen Bonhoeffergemeinde Ziehers-Nord haben die Mädchen und Jungen aus dem Quartier zusammen mit ihren Gruppenleitern einen Teil der Schilder im Quartier aufgestellt. Die übrigen sollen in den kommenden Wochen ihren festen Platz bekommen. Großen Zuspruch bekamen die „Kleinen Feger“ auch für eine weitere Aktion: Ebenfalls auf dem Sommerfest sensibilisierten sie die Besucher mit einem schwungvollen Tanzauftritt, verkleidet als Coffee-to-go Becher. Die Botschaften kamen an: Für ihr Engagement bekamen die Acht- bis Zehnjährigen reichlich Applaus von den Besuchern des Sommerfests.

Lebensdauer: 3 bis 5 Minuten. Verrottungszeit: 30 bis 50 Jahre

Dieses Bild kennt jeder: Mülleimer, in denen sich weggeworfene Pappbecher türmen, nachdem ihre Besitzer Kaffee, Cappuccino oder Latte Macchiato genüsslich geschlürft und den Behälter dann weggeworfen haben. Die meisten Menschen wissen aber nicht, was sie der Umwelt mit diesem Verhalten antun. Dementsprechend lautete die Botschaft, die die als Einwegbecher verkleideten Kinder bei ihrem Auftritt auf dem Sommerfest verkündeten: „. Irre.“ Ergänzt haben sie ihren Einsatz für eine sauberere Umwelt mit einem Wurfwettbewerb: Wer es schaffte, eine Pyramide aus Einweg-Bechern mit drei Würfen abzuräumen, erhielt einen von der Wohnstadt und Bäckerei Happ gestifteten Mehrwegkaffeebecher als Preis. „Beide Aktionen sind toll beim Publikum angekommen“, zog Bernhard Bormann zufrieden Bilanz. Der Leiter des Stadtteilbüros der AWO in Ziehers-Nord unterstützte die Kinder zusammen mit seinen Mitarbeitern Kim Lumsden und Kevin Berg. „Das Tolle ist, dass die Aktionen nicht im kleinen Kreis stattgefunden haben, sondern die Kinder ihre Botschaften einem breiten Publikum vermitteln konnten.“ Auch Romy Rath, zuständige Servicecenterleiterin der Wohnstadt in Fulda, zeigte sich beeindruckt von dem Engagement der „Kleinen Feger“. „Die Gruppe hat sich erst vor einigen Monaten wieder neu zusammen gefunden. Insofern ist es mehr als beeindruckend, was die Kinder zusammen mit ihren erwachsenen Begleitern in dieser kurzen Zeit schon alles auf die Beine gestellt haben.“

Den eigenen Umgang mit Müll reflektieren

Die bunten Schilder, die bald überall im Stadtteil stehen, sind aus einem Malwettbewerb heraus entstanden. Sie sollen vor allem an den Stellen aufgestellt werden, an denen sich besonders viel Müll ansammelt. „Sie sind als Denkanstoß gedacht“, erläutert Bormann, was hinter der Aktion steckt. „Deshalb haben wir uns auch für das Motto ,Denk Mal‘ entschieden. Es soll Menschen jeden Alters dazu bringen, sein eigenes Verhalten beim Umgang mit Müll zu reflektieren.“ Im Rahmen des Adventsbasars der Geschwister-Scholl-Schule sollen die gelungensten Motive prämiert werden.

Die „Kleinen Feger“

Jede Woche treffen sich die „Kleinen Feger“ in Fulda Ziehers-Nord, beschäftigen sich – kindgerecht - mit Umweltthemen und ziehen gemeinsam mit erwachsenen Begleitern los, um aufzulesen, was andere achtlos fallen gelassen haben – von Lutscherpapier über Zeitungen und Zigarettenresten bis hin zu Dosen und allem möglichen Verpackungsmüll. Die Aufräumaktion am Standort Fulda Ziehers-Nord findet großen Zulauf – das attraktive Stempelheftchen trägt einen guten Teil dazu bei: Wer zehnmal an der Reinigungsaktion teilgenommen hat und entsprechend Stempel vorweisen kann, erhält ein kleines Dankeschön.

Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt mit Sitz in Frankfurt am Main und Kassel bietet seit 95 Jahren umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Wohnen, Bauen und Entwickeln. Sie beschäftigt rund 730 Mitarbeiter. Mit rund 60.000 Mietwohnungen in 140 Städten und Gemeinden gehört sie zu den führenden deutschen Wohnungsunternehmen. Der Wohnungsbestand wird aktuell von rund 260 Mitarbeitern in vier Regionalcentern betreut, die in 13 Service-Center untergliedert sind. Das Regionalcenter Kassel bewirtschaftet rund 17.500 Wohnungen, darunter rund 5.000 in der Stadt Kassel, und hat mit den Servicecentern in Fulda und Marburg sowie einem Vermietungsbüro in Eschwege drei Außenstellen. Unter der Marke „ProjektStadt“ werden Kompetenzfelder gebündelt, um nachhaltige Stadtentwicklungsaufgaben durchzuführen. Bis 2021 sind Investitionen von rund 1,5 Milliarden Euro in Neubau von Wohnungen und den Bestand geplant. 4.900 zusätzliche Wohnungen sollen so in den nächsten fünf Jahren entstehen.