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Ostendstraße braucht neue Lösungen – Testphase wird vorerst beendet

Die Befragung und Auswertung zur Testphase einer neuen Parkregelung in der Ostendstraße ist abgeschlossen. Insgesamt gab es eine hohe Beteiligung. Eine Mehrheit votierte für eine Rückkehr zur alten Regelung, dennoch wird klar, dass Handlungsbedarf bleibt.

HOFHEIM Nord | Die mehrmonatige Testphase mit der Neuregelung der Pkw-Stellplätze in der Ostendstraße zur Verbesserung der Schulwegsicherheit ist beendet. Die Auswertung der Testphase durch Polizei, Verkehrsbehörde, Verkehrsplanung und dem Stadtteilmanagement der NH ProjektStadt ist abgeschlossen. Wichtigster Bestandteil der Auswertung war die Befragung der Anwohner sowie der Schülerschaft der angrenzenden Pestalozzi-Grundschule, der Main-Taunus- und der Brühlwiesenschule. Im Ergebnis steht nun zunächst einmal die Rückkehr zum vorherigen Status quo. Das heißt, die Autos parken in Bälde wieder auf der anderen Straßenseite und der rot gepflasterte Weg kann wieder durch Radfahrer genutzt werden. Die Radfahrer sollen aber auch weiter, wie in Tempo-30-Zonen vorgesehen, die Straße nutzen.

Die Ergebnisse der Befragung – rund 250 Betroffene haben sich beteiligt

Die Betroffenen hatten Mitte Januar 2018 Postkarten mit Fragen zur Schulwegsicherheit erhalten. Ziel der vom Stadtteilmanagement durchgeführten Befragung sollte ein Stimmungsbild über die Akzeptanz der Neuregelung sein. Insgesamt gab es rund 250 Postkarten und Mails als Rückmeldung. Die meisten kamen von der Pestalozzischule (158), gefolgt von den Anwohnern (67) und aus den weiterführenden Schulen (38). Der Aussage „Es gibt weniger Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern als vorher“ stimmte eine knappe Mehrheit von 40% zu (89 Personen), gegenüber 34% (74 Personen) die diese Aussage verneinten. 26% (57 Personen) empfanden keinerlei Veränderung zu früher. Der zweiten Aussage, „Für Kinder ist es jetzt sicherer als vorher“, widersprach eine Mehrheit von 51% (114 Nein-Stimmen), 28% empfinden die Neuregelung als sicherer (63 Ja-Stimmen) und 21% (48 Gleich-Stimmen) sehen keinen großen Unterschied in der Wirkung. Bei der dritte Aussage, „Die alte Regelung war besser“, spricht sich eine eindeutige Mehrheit der abgegebenen Stimmen sowohl in der Gesamtheit - mit 60% (113 Ja-Stimmen) zu 31% (70 Nein-Stimmen) - als auch bei der Gruppe der Grundschule - 93 Ja zu 46 Nein-Stimmen - für eine Rückkehr zur alten Regelung aus. Die statistische aber auch die Auswertung der Anmerkungen verdeutlicht, dass die Situation in der Ostendstraße komplex ist und in die Wertungen offenbar zahlreiche weitere und teilweise grundsätzliche Themen einfließen. „Wie so oft und insbesondere beim meist sehr emotional besetzten und komplexen Themenfeld Mobilität und Verkehr gibt es nicht die eine Lösung oder Wahrheit“, so Jan Thielmann, Projektleiter für Integrierte Stadtentwicklung bei der NH ProjektStadt. Erster Stadtrat Wolfgang Exner ergänzte: „Die fachliche Bewertung und die Rückmeldungen aus dem Viertel fallen sehr unterschiedlich aus. In der Tendenz sind sie aber so eindeutig, dass die Testphase gemäß den Wünschen der Mehrheit mit der Rückkehr zur alten Regelung beendet wird“.

Weiterer Handlungsbedarf unabhängig von der Testphase

Gleichwohl ergibt die Auswertung auch einen mehr als deutlichen Fingerzeig, dass mit einem Zurück zur alten Regelung sich nicht alle Probleme und Kritik erledigt haben. Denn eine Mehrheit bestätigte ein Ziel der Testphase, Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern zu minimieren. Die Rückmeldungen der Bürger verdeutlichen, dass weiter Handlungsbedarf hinsichtlich mehrerer Themen besteht. Gegen zu schnelles Fahren werden bauliche und ordnungspolitische Maßnahmen gefordert, ebenso werden gegen das unerlaubte Fahren von Autos gegen die Einbahnstraße vermehrte Kontrollen gewünscht. Des Weiteren solle der Rad- und Fußgängerverkehr getrennt werden, da aufgrund des Gefälles Roller- und Radfahrer eine erhebliche Geschwindigkeit erreichen können. Zudem werden Kontrollen bzw. eine Neureglung des Bring- und Hol-Verkehrs besonders vor der Grundschule gefordert. Die geäußerten Ängste beim Radfahren gegen die Einbahnstraße zeigen zudem einen Bedarf an Aufklärungsarbeit zum Thema Radfahren in Tempo 30-Zonen und wohl auch insgesamt den Wunsch nach mehr Radverkehrsförderung wie sichere Radwege - insbesondere bei Schulwegen. Von Seiten des ADFC und der Polizei, die um eine fachliche Bewertung gebeten worden waren, wurde auch die Idee einer Fahrradstraße als prüfenswerte Alternative ins Spiel gebracht. Dazu nochmals Erster Stadtrat Exner: „Mit der Rückkehr zur alten Situation bleiben die vor der Testphase geäußerten Probleme bestehen. Gemeinsam mit dem Stadtteilmanagement der NH ProjektStadt werden wir die Optionen und die gemachten Vorschläge aus der Bürgerschaft im Rahmen der Sozialen Stadt prüfen und uns als Stadt Gedanken über das weitere Vorgehen machen.“ Auch weitere Gespräche mit den verschiedenen Beteiligten soll es geben.

 

Kontakt Stadt Hofheim am Taunus - Susanne Schindler, Telefon 06192 202-432, eMail sschindlernoSpam@hofheim.de
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Projektleiter Soziale Stadt Hofheim Nord, Fachbereich Integrierte Stadtentwicklung