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Kleine Feger ganz groß

Wiesbaden – Mit Eimer, Bürste, Schrubber, Schwamm und Gummihandschuhen rückten die Kleinen Feger – eine Initiative der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt – bei strahlendem Sonnenschein an. Dieses Mal hatten sie sich besonders viel vorgenommen: Frühjahrsputz in den Hauseingängen.

„Ich war beeindruckt, mit welchem Fleiß und Eifer die Kinder gearbeitet haben“, sagt Oksana Schäfer, pädagogische Mitarbeiterin bei CASA e.V., dem Centrum für aktivierende Stadtteilarbeit, die das Projekt betreut. Bodenbelag und Stellwände wurden geschrubbt, Briefkästen und Türfronten gewischt, bis alles blitzeblank war. Sogar die Flächen um die Mülltonnen herum nahmen die Kinder mit Schrubber und Seife in Angriff. Vier Hauseingänge gehören zu dem Wohn-Carrée, in dem die Kinder im Alter zwischen fünf und 14 Jahren zu Hause sind. Hilfe erhielten sie von drei Müttern, die die „Kleinen Feger“ von Anfang an ehrenamtlich unterstützt haben: Auch Carmen Neumann-Hofmann vom Sozialmanagement der Unternehmensgruppe packte mit an: „Das war ganz schön anstrengend“, gesteht sie. „Aber die Kinder waren unermüdlich in ihrem Einsatz, die habe ich wirklich für ihr Durchhaltevermögen bewundert.“ Michael Büttner, Leiter des Servicecenters Wiesbaden 1, lobt die kleine Frühjahrsputz-Kolonne: „Ein solches Engagement ist keine Selbstverständlichkeit. Unsere Intention ist es ja nicht nur, zu mehr Sauberkeit beizutragen und die Siedlungen attraktiver zu machen. Vielmehr geht es uns in erster Linie darum, dass die Kinder früh lernen, was es heißt, Eigenverantwortung zu übernehmen und etwas für den Schutz der Umwelt zu tun.“

Im Mai 2015 wurde im Europaviertel die Gruppe der „Kleinen Feger“ gegründet. Seitdem brechen etwa alle zehn Tage rund 20 Kinder aller Altersgruppen zum gemeinsamen Müllsammeln auf. Der Erfolg ist sichtbar: „Die Anlage wirkt sehr sauber und gepflegt“, findet Oksana Schäfer. Zum Dank stiftet die Nassauische Heimstätte regelmäßig Kino-Gutscheine für alle Aktiven. Im vergangenen Jahr schenkte sie der Gruppe außerdem einen Bollerwagen, in dem die Gerätschaften zum Müllsammeln und der Proviant für die Pausen verstaut werden kann. Noch wichtiger ist für die Kinder das Gemeinschaftserlebnis. „Sie fühlen sich verantwortlich für ihre Umgebung und beginnen, sich mit dem Wohnviertel und seinen Menschen zu identifizieren“, hat Oksana Schäfer beobachtet. Sie setzt auch auf den Vorbildeffekt der „Kleinen Feger“: „Wenn sie als Gruppe losziehen und Müll einsammeln, zeigen sie Präsenz. Das macht Eindruck auf die anderen Bewohner des Viertels, egal, ob Klein oder Groß, viel mehr, als wenn eine Reinigungsfirma diese Aufgabe übernehmen würde.“

Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt mit Sitz in Frankfurt am Main und Kassel bietet seit 95 Jahren umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Wohnen, Bauen und Entwickeln. Sie beschäftigt rund 730 Mitarbeiter. Mit rund 60.000 Mietwohnungen in 140 Städten und Gemeinden gehört sie zu den führenden deutschen Wohnungsunternehmen. Das Regionalcenter Wiesbaden bewirtschaftet rund 11.600 Wohnungen, darunter rund 5.800 Wohnungen direkt in Wiesbaden, und hat mit dem Servicecenter in Darmstadt eine Außenstelle. Unter der Marke „ProjektStadt“ werden Kompetenzfelder gebündelt, um nachhaltige Stadtentwicklungsaufgaben durchzuführen. Bis 2024 sind Investitionen von rund 1,9 Milliarden Euro in Neubau von Wohnungen und den Bestand geplant. 4.900 zusätzliche Wohnungen sollen so in den nächsten fünf Jahren entstehen.