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Jeder Tag ist Kindertag

Wiesbaden / Kassel (hd...s). – Welcher Müll gehört in welche Tonne? Um Kinder frühzeitig für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zu sensibilisieren, hat die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt schon vor vielen Jahren das Format „Kleine Feger“ entwickelt. In der Urform laufen dabei Kinder und Jugendliche turnusmäßig mit Zangen und Müllsäcken ausgestattet durch ihr Wohngebiet und sammeln Müll ein. Am Ende erhalten sie für ihren Einsatz Kinokarten und Einkaufsgutscheine.

„Mittlerweile haben wir unser Müllaufklärungsprojekt für 6- bis 10-Jährige um spannende Spiele erweitert“, erläutert Jennifer Linke, im Regionalcenter Kassel zuständige Sozialmanagerin der Wohnungsgesellschaft. Unter anderem lernt der Nachwuchs, wie er am besten Müll vermeidet und dass eine Mehrwegflasche besser für die Umwelt ist als eine Dose. Ein ähnliches „Kleine Feger“-Projekt läuft seit 2016 erfolgreich als Nachmittagsprogramm an der Grundschule in Waldau.

Jugendarbeit in bestimmten Quartieren ein Muss

„Kleine Feger“ ist eingebettet in ein Gesamtkonzept, das die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt in unterschiedlichen Quartieren in Kassel und Umgebung anbietet. Stromfresser-Pavillons, Tauschbörsen auf Stadtteilfesten und Bienenweiden sollen Kinder und Jugendliche für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisieren. Für die Älteren gibt es eine ähnliche Initiative: das „Taschengeldprojekt“. Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen mit dem Ferienprogramm „Powerbande“ in verschiedenen Stadtteilen. Hinzu kommen Hausaufgabenhilfen, Spielenachmittage, Bücherspielplätze, Kinovorführungen – bis hin zu konkreten Hilfestellungen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Außerdem laufen größere Projekte in den Quartieren, hauptsächlich, um die Kinder bei der Gestaltung ihres Wohnumfeldes einzubinden. Bei Graffiti-Workshops oder dem dreitägigen „Sauber Zauber“, bei dem die Kids Umfragen unter Bewohnern machen und aus Tetrapaks Blumenkästen basteln, erfahren sie, wie lohnenswert ein Engagement im Stadtteil ist.

Besonders wichtig ist die Arbeit in Wohngebieten, wo die weniger Betuchten leben, so die Erfahrung der Praktiker. „Die Eltern sind heute stärker unter Druck, auch finanziell. Die tägliche Arbeit, Geld verdienen und die Organisation der Familie haben oberste Priorität. Da ist mitunter nicht immer so viel Zeit für die Kinder da, wie es vielleicht wünschenswert wäre“, erläutert Linke. Die Angebote werden deshalb gerne wahrgenommen. Linke: „Aus meiner Sicht ist Jugendarbeit in solchen Quartieren eine Notwendigkeit.“

Gute Zusammenarbeit vor Ort

Bestes Beispiel: „Hasenhecke“. In dem überwiegend im geförderten Wohnungsbau errichteten Viertel mit seinen niedriggeschossigen, im ländlichen Stil ausgebauten Reihenhäusern arbeitet das Sozialmanagement mit verschiedenen Bausteinen. Unter anderem erweitert die Unternehmensgruppe das Angebot des städtischen Jugendzentrums und der Kita. Jeden Donnerstag bieten Studenten verschiedener Fachrichtungen im Auftrag der Gesellschaft Spielenachmittage an, ebenso Basteln, Kochen und andere Aktivitäten.

Mit im Portfolio sind auch größere Projekte: So erarbeitete die Gruppe Respekt e. V. mit Jugendlichen spielerisch den richtigen Umgang mit Konfliktsituationen. Ein Workshop mit einem Rapper ist derzeit in Planung. Zudem fördert die Unternehmensgruppe das Jugendzentrum und das im Quartier bestehende Ferienbündnis mit Spenden. „Gerne unterstützen wir vorhandene Initiativen und Engagements verschiedener Träger vor Ort, damit eine vielfältige Angebotspalette erhalten bleibt, und ergänzen diese bei Bedarf“, erläutert Jennifer Linke die Strategie.

Lebensräume für Kinder

„Pragmatisch gesehen betrachten wir das auch als eine Investition in unsere zukünftigen Mieter“, erklärt Jürgen Bluhm, Leiter des Regionalcenters Kassel der Unternehmensgruppe. Das jährliche Budget für die Jugendarbeit des größten hessischen Wohnungsunternehmens beträgt allein in der Documenta-Stadt und ihrer Umgebung immerhin rund 20.000 Euro. „Wir wollen Lebensräume schaffen, in denen Zufriedenheit herrscht. Und das gilt selbstverständlich auch für Kinder“, so Bluhm weiter. Für die Unternehmensgruppe, die im Einzugsgebiet von Kassel, Marburg und Fulda insgesamt 17.321 Wohneinheiten – davon 5.900 im geförderten Bereich – unterhält, ist Mieterzufriedenheit oberstes Gebot. „Wir schaffen eine ‚Wohnzufriedenheit‘ – und das nicht nur auf die Immobilie bezogen, sondern weit darüber hinaus. Wenn wir damit erreichen, dass Mieter uns – jetzt und in Zukunft – treu bleiben, dann ist das ein ganz wesentlicher Erfolg!“

Die Zahlen geben der Strategie Recht: Bei einer Mieterumfrage bewerteten die Bewohner die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt in puncto Kinderfreundlichkeit mit der Schulnote 1,8. „Das können wir kaum noch toppen“, kommentiert der Regionalcenterleiter. Zudem sei es ein Beleg dafür, dass die finanziellen Mittel im Sozialmanagement gut angelegt sind. Die Aktivitäten stabilisieren das Wohngebiet und sorgen dafür, dass Mieter dort gerne wohnen. Die Folgen sind schnell genannt: niedrige Leerstandsquote, funktionierende Nachbarschaften, saubere Quartiere, zufriedene Bewohner. Es bleibt deshalb auch zukünftig dabei: In Kassel ist jeder Tag Kindertag!

Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt mit Sitz in Frankfurt am Main und Kassel bietet seit 95 Jahren umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Wohnen, Bauen und Entwickeln. Sie beschäftigt rund 730 Mitarbeiter. Mit rund 60.000 Mietwohnungen in 140 Städten und Gemeinden gehört sie zu den führenden deutschen Wohnungsunternehmen. Das Regionalcenter Kassel bewirtschaftet rund 17.500 Wohnungen, darunter rund 5.000 in der Stadt Kassel, und hat mit den Servicecentern in Fulda und Marburg sowie einem Vermietungsbüro in Eschwege drei Außenstellen. Unter der Marke „ProjektStadt“ werden Kompetenzfelder gebündelt, um nachhaltige Stadtentwicklungsaufgaben durchzuführen. Bis 2024 sind Investitionen von rund 1,9 Milliarden Euro in den Neubau von Wohnungen und in den Bestand geplant. 4.900 zusätzliche Wohnungen sollen so in den nächsten fünf Jahren entstehen.