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Helden für vier Tage

Herzlichen Glückwunsch: Für ihre Arbeit als Mülldetektive bekamen die Kinder aus Lohfelden einen Gutschein überreicht. Es gratulierten Jürgen Blum (Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt, Leiter Regionalcenter Kassel) und Sarah Flämig vom Kooperationspartner Jumpers. Foto: UGNHWS/Lothar Koch.

Lohfelden – Reporter müssen genau hinsehen. Ihrem kritischen Blick sollte möglichst nichts entgehen. Auch die Kinder aus dem Quartier rund um die Lange Straße in Lohfelden bei Kassel haben sich an vier Nachmittagen auf große Recherche in ihrem Viertel begeben. Ihr Thema: Müll.

Dabei suchten sie Antworten auf die berühmten W-Fragen, die sich jeder Reporter stellen muss: Wer hat wann und warum was getan? Wer also hat diese zerbeulte Dose, diese leere Zigarettenschachtel, diese Fastfood-Verpackung oder diese Plastikflasche achtlos ins Gebüsch oder auf die Wiese geworfen? Was können wir dagegen tun? Wie gehen wir vernünftig mit Müll um, und was heißt das überhaupt: Müll trennen?

Bewusstsein für den Erhalt der Natur wecken

„Helden für vier Tage“ – das ist das Motto der Aktion „Sauber Zauber“, die die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendhilfswerk „Jumpers – Jugend mit Perspektive“ in dieser Woche veranstaltet hat. Von Mittwoch bis Samstag haben sich die Kinder in den Räumlichkeiten des ASB in der Langen Straße 37 versammelt, um gemeinsam mit dem Team von „Jumpers“ dem Müllproblem auf den Grund zu gehen. Dazu gehörte es natürlich auch, Müll im Viertel einzusammeln und ordnungsgemäß zu entsorgen. Eingeladen waren nicht nur die Mieterkinder aus den Wohngebäuden der Unternehmensgruppe, sondern alle Kinder im Grundschulalter, die im Ort leben. „Unser Ziel ist es, den Kindern auf spielerische Weise die Themen Mülltrennung und Müllentsorgung nahezubringen. Auf diese Weise sollen sie verstehen lernen, wie wichtig es ist, die Natur zu erhalten“, erläutert Sarah Flämig von „Jumpers“, die die Projektleitung für „Sauber Zauber“ übernommen hat, das Konzept zu dieser Aktion.

Die Kleinen sensibilisieren die Großen

Es war spannend zu sehen, was die Kinder bei ihrem Rundgang durch ihr Wohnquartier alles zu Tage gefördert haben. „Wir haben die Fundstücke gemeinsam betrachtet und überlegt, was man damit noch anfangen kann, welche Materialien entsorgt werden müssen und welche sich recyclen lassen“, erklärt Sarah Flämig. Außerdem haben die kleinen Reporter in Teamarbeit einen Fragebogen entwickelt, mit dessen Hilfe sie Passanten, Nachbarn und auch die eigenen Eltern zum Thema Müll interviewt haben. „Natürlich wollen wir vor allem den Nachwuchs für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Thema Müll sensibilisieren“, betont Jürgen Bluhm, Leiter des Regionalcenters Kassel der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt. „Aber es gibt auch Erwachsene, die sich nicht immer ausreichend Gedanken darüber machen, wie sehr sie ihre Umwelt durch achtlosen Umgang mit Müll belasten.“ Wünschenswert sei es daher, „dass die Kinder als Botschafter für einen sensibleren Umgang mit Müll ein entsprechendes Bewusstsein dafür in ihre Familien tragen“, ergänzte Bluhm.

Bei allem pädagogischen Anspruch kam der Spaß beim „Sauber Zauber“ aber natürlich nicht zu kurz. Zum krönenden Abschluss stieg am Samstagnachmittag auf der Wiese zwischen den Häusern Lange Straße 9/10 und Lohstraße 12/14 noch die „Sauber Sause“ – ein Abschlussfest für die ganze Familie, bei dem die Kinder in einer Präsentation ihren Eltern, Geschwistern und Verwandten zeigten, was sie an diesen vier Tagen geleistet und gelernt haben. Anschließend versammelten sich alle zur großen Sause bei einem Buffet, zu dem jede Familie mit selbst zubereiteten Speisen beitragen konnte.

Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt mit Sitz in Frankfurt am Main und Kassel bietet seit 95 Jahren umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Wohnen, Bauen und Entwickeln. Sie beschäftigt rund 730 Mitarbeiter. Mit rund 60.000 Mietwohnungen in 140 Städten und Gemeinden gehört sie zu den führenden deutschen Wohnungsunternehmen. Der Wohnungsbestand wird aktuell von rund 260 Mitarbeitern in vier Regionalcentern betreut, die in 13 Service-Center untergliedert sind. Das Regionalcenter Kassel bewirtschaftet rund 17.500 Wohnungen, darunter rund 5.000 in der Stadt Kassel, und hat mit den Servicecentern in Fulda und Marburg sowie einem Vermietungsbüro in Eschwege drei Außenstellen. Unter der Marke „ProjektStadt“ werden Kompetenzfelder gebündelt, um nachhaltige Stadtentwicklungsaufgaben durchzuführen. Bis 2021 sind Investitionen von rund 1,5 Milliarden Euro in Neubau von Wohnungen und den Bestand geplant. 4.900 zusätzliche Wohnungen sollen so in den nächsten fünf Jahren entstehen.

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