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Expo Real 2018: Was bedingt den Rebound-Effekt?

Auf gute Zusammenarbeit: Die Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt, Dr. Thomas Hain (re.), Monika Fontaine-Kretschmer (2. v. re.) und Dr. Constantin Westphal, sowie Dr. Monika Meyer, Geschäftsführerin des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU) in Darmstadt, verkünden ihre Kooperation auf der Expo Real in München. Foto: UGNHWS / Walter Vorjohann

Frankfurt/Main/München.- Effizienzsteigerungen senken die Kosten für Produkte oder Dienstleistungen. Das führt dazu, dass sich das Verhalten der Nutzer ändern kann: Aufgrund der geringeren Kosten erhöht sich die Nachfrage – ursprüngliche Einsparungen werden dadurch teilweise wieder aufgehoben. Dieser Effekt wird Rebound genannt. Dabei unterscheiden Wissenschaftler zwischen direktem und indirektem Rebound. Ein direkter liegt vor, wenn Bewohner beispielsweise nach einer energetischen Gebäudesanierung mehr heizen und die Raumtemperatur anstatt wie bisher bei 18 Grad zu belassen, nun auf 20 Grad erhöhen. Beim indirekten Rebound-Effekt führt mehr Effizienz an der einen Stelle zu mehr Konsum an einer anderen. Das heißt: Geld, das beispielsweise durch ein energieeffizientes Gerät eingespart wird, wird für neue energieverbrauchende Produkte wieder ausgegeben. Doch warum ändert sich mit steigender Energieeffizienz das Nutzerverhalten und konterkariert so das angestrebte Ziel? Was sind die Ursachen für diese verhaltensbedingte Mehrnachfrage? Und welche Rolle spielen dabei sozio-kulturelle und sozio-ökonomische Faktoren?

Diesen Fragen geht das Forschungsprojekt KOSMA – Komponenten der Entstehung und Stabilität von Rebound-Effekten und Maßnahmen für deren Eindämmung – auf den Grund. Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte I Wohnstadt und das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) analysieren die Entstehungskomponenten und Wirkungsweisen direkter Rebound-Effekte im Wärmebereich auf Haushaltsebene. Als weitere Partner mit dabei: das ECOLOG-Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung sowie das Fraunhofer Institut für System und Innovationsforschung ISI. Begleitet wird das Projekt zudem von einem Praxisrat, dem verschiedene Akteure aus der Wohnungswirtschaft, aus Umwelt-, Mieter- und Verbraucherverbänden, soziale Träger sowie Bundesbehörden angehören. Neben möglichen baulich-technischen Einflüssen gilt es auch indirekte Rebound-Effekte zu betrachten. Hierfür wird eine zweistufige quantitative Mieterbefragung im Bestand der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte I Wohnstadt durchgeführt. Dabei im Fokus: das Wärmenutzungsverhalten und dessen (psychologische) Einflussgrößen im Vergleich unterschiedlicher Nutzertypen. Auf dieser Basis entwickelt das Team konkrete Vorschläge für erfolgversprechende Maßnahmen. Das Forschungsprojekt knüpft dabei an die aktuelle wissenschaftliche Debatte an und liefert tiefergehende Erkenntnisse zu den Ursachen. Gleichzeitig liefert es Informationen, die für die Optimierung von Tools und Bilanzierungsverfahren oder Kampagnen zum Klimaschutz genutzt werden können. Damit bieten die Projektpartner praxisnahes Wissen für unterschiedliche Akteure.

Das Projekt läuft bis März 2022. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Am Dienstag, 9. Oktober 2018, 14 Uhr, verkünden die Geschäftsführer des IWU und der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte I Wohnstadt auf deren Expo Real-Messestand (Halle C1/Stand 440) die Zusammenarbeit bei diesem Forschungsvorhaben.

Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte I Wohnstadt

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte I Wohnstadt mit Sitz in Frankfurt am Main und Kassel bietet seit 95 Jahren umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Wohnen, Bauen und Entwickeln. Sie beschäftigt rund 730 Mitarbeiter. Mit rund 60.000 Mietwohnungen in 140 Städten und Gemeinden gehört sie zu den führenden deutschen Wohnungsunternehmen. Der Wohnungsbestand wird aktuell von rund 260 Mitarbeitern in vier Regionalcentern betreut, die in 13 Servicecenter untergliedert sind. Unter der Marke „ProjektStadt“ werden Kompetenzfelder gebündelt, um nachhaltige Stadtentwicklungsaufgaben durchzuführen. Bis 2021 sind Investitionen von rund 1,5 Milliarden Euro in den Neubau von Wohnungen und in den Bestand geplant. 4.900 zusätzliche Wohnungen sollen so in den nächsten fünf Jahren entstehen.