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Wem die Decke auf den Kopf fällt – Krisenfrust erreicht Bürgertreff in Kelsterbach

UnternehmensgruppeStadtentwicklung

Kelsterbach – In der vergangenen Woche wurden erhebliche Beschädigungen an der Außenfassade des Bürgertreffs MAINHÖHE durch Mitarbeiter des Quartiersmanagements und der Stadt Kelsterbach festgestellt. Aufgrund der Schließungen wegen COVID-19 fanden im Gebäude seit Mitte März 2020 keine Veranstaltungen mehr statt.
Marion Schmitz–Stadtfeld, Bereichsleiterin Integrierte Stadtentwicklung der ProjektStadt bestätigt: „Dies habe ich in meiner Laufbahn noch nicht erlebt und ich bin erschüttert. Ich bin aber auch überzeugt davon, dass die Einschränkungen, die durch Covid 19 unserer Gesellschaft auferlegt sind, die Menschen in unseren Soziale Stadt Gebieten am härtesten treffen. Das zeigen alle sozialwissenschaftlichen Studien.“

„Dies hält uns aber“, so Bürgermeister Manfred Ockel, „nicht von einer Strafanzeige gegen die Frusttäter ab. Wir dulden keinen Zerstörungsfrust in unserer Stadt, weder vor noch während einer Krise. Gerade in dieser Zeit zählt Konsequenz und die Einhaltung der inneren Ordnung, was uns in Kelsterbach hervorragend gelingt.“
Der Bürgertreff wurde im Jahr 2016 im Quartier in Modulbauweise errichtet, um den Anwohnerinnen und Anwohnern Raum für Aktivitäten, Veranstaltungen und Gemeinschaft zu bieten. Insbesondere bei den Kindern und Jugendlichen vor Ort erfreut sich der Bürgertreff MAINHÖHE, wie er gemeinschaftlich getauft wurde, großer Beliebtheit. Bereits seinerzeit war klar, dass das Gebäude für die Schaffung von weiterem Wohnraum mittelfristig weichen muss. Der Druck der Wohnungsuchenden auf Städte und Wohnungswirtschaft steigt weiter an und der dortige Wohnungsbestand mit seinen Einzelöfen und kleinen Wohnräumen entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen. 

Mit dem Beginn der Neubaumaßnahmen wird auch der Bürgertreff in diesem Herbst 2020 seinen neuen Standort im Straßenzug „Auf der Mainhöhe“ beziehen. Es wurde lange nach einem geeigneten Ort mitten im Wohnquartier mit ausreichend Spiel- und Aufenthaltsfläche gesucht und in vielen Beteiligungsveranstaltungen erörtert. Leider muss hierfür der alte Kiosk-Leichtbauraum mit angrenzenden Garagen weichen. 

Mehrheitlich steht die Bürgerschaft in Kelsterbach und auch im Quartier hinter den Zielen der Stadt zur Aufwertung und Schaffung des so wichtigen neuen Wohnraums. Kelsterbach prosperiert und wächst damit dauerhaft. Mit An- und Umbauten am Bestandsgebäude soll der Bürgertreff am neuen Standort entsprechend der Bedürfnisse vor Ort angepasst und weiter für neue Angebote und Gruppen geöffnet werden. Hierzu findet aktuell eine Umfrage im Quartier statt. Geplant sind Spielgeräte für U3-Jährige, Terrassenanlage, Plätze für einen kleinen Plausch unter Anwohnern sowie ein Ausbau des Urban-Gardening-Konzeptes. Die Stadt werde durch die Experten der ProjektStadt für den neuen Treff nun wohl Sicherungsmaßnahmen wie die Einrichtung einer Videoüberwachung fachlich und datenschutzrechtlich prüfen müssen, bedauert Ockel die missliche Lage.

„Die schwarzen Schafe dürfen nicht dem Image der überaus positiven Entwicklung des Gebietes schaden, die hier mit großer Unterstützung des Hessischen Wirtschaftsministeriums durch das Städtebauförderprogramm Sozialer Zusammenhalt vorangetrieben wird“, konstatiert Schmitz-Stadtfeld. Leider müssen das Quartiersmanagement und die Stadt Kelsterbach aktuell neu prüfen, ob und wie trotz COVID 19 und nach diesem Vorfall das sich in Vorbereitung befindliche Sommerferienprogramm im und um das Gebäude für die Kinder und Jugendlichen sowie Erwachsene stattfinden kann. Trotz des Rückschlags durch die Beschädigungen am Gebäude soll die Zusammenarbeit und der Austausch über die Quartiersentwicklung weiter ausgebaut und gestärkt werden „und genau das wird uns gelingen“, so Bürgermeister Ockel.

Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW) mit Sitz in Frankfurt am Main und Kassel bietet seit knapp 100 Jahren umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Wohnen, Bauen und Entwickeln. Sie beschäftigt rund 750 Mitarbeitende. Mit rund 59.000 Mietwohnungen in 130 Städten und Gemeinden in Hessen gehört sie zu den zehn führenden deutschen Wohnungsunternehmen. Unter der NHW-Marke ProjektStadt werden Kompetenzfelder gebündelt, um nachhaltige Stadtentwicklungsaufgaben durchzuführen. Die Unternehmensgruppe arbeitet daran, ihren Wohnungsbestand in den nächsten Jahren auf 75.000 Wohnungen zu erhöhen und bis 2050 klimaneutral zu entwickeln. Um dem Klimaschutz in der Wohnungswirtschaft mehr Schlagkraft zu verleihen, hat sie gemeinsam mit Partnern das Kommunikations- und Umsetzungsnetzwerk „Initiative Wohnen 2050“ gegründet. Mit hubitation verfügt die Unternehmensgruppe zudem über ein Startup- und Ideennetzwerk rund um innovatives Wohnen. www.naheimst.de/