Zum Hauptinhalt springen

Traditionelle Weihnachtsspende der NHW geht an Deutsche Jugend aus Russland e.V.

Unternehmensgruppe
#frankfurt#engagement

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt spendet jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit 2.500 Euro an zwei hessische Organisationen / DJR Hessen hilft Kindern und Jugendlichen aus Russland bei Integrations- und Identifikationsprozessen

Der Verein Deutsche Jugend aus Russland e.V. (DJR) darf sich dieses Jahr über die traditionelle Weihnachtsspende der NHW freuen. Geschäftsführer Dr. Constantin Westphal überreichte am 22. Dezember 2021 einen Scheck über 2.500 Euro an die Vereinsvorsteherin und Leiterin des Bildungs- und Kulturzentrums Natalia Wagner. Die feierliche Übergabe fand im Vereinsheim, im Rahmen einer ganztägigen Weihnachtsfeier für Kinder- und Jugendliche, am Frankfurter Berg statt. Die Feier wurde in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Kinderbüro organisiert. Neben der Spendenbescheinigung hatte Dr. Westphal noch diverse Give-Aways und kleinere Geschenke, wie den NHW-Plüschlöwen, für die anwesenden Kinder im Gepäck. Auch die Jubiläumszeitung „100 Jahre Zukunft“ wurde verteilt.

Pandemiebedingt wurde der Verlauf der Weihnachtsfeier des DJR etwas abgeändert. Die Besucher:innen wurden in Altersgruppen eingeteilt, welche über den Tag verteilt in der Location eintrafen und dort von Väterchen Frost (Weihnachtsmann) und seiner Begleiterin „Snegurotschka“ (Schneemädchen) empfangen wurden. Somit konnten sich die zwei weihnachtlichen Botschafter genügend Zeit für jedes Kind nehmen. Bei einer Gruppe ist dann auch der NHW-Geschäftsführer dazugestoßen, und hat sich nach der Spendenübergabe noch mit den Kindern über deren Weihnachtswünsche und den Verein ausgetauscht. Der Vorschlag, den DJR als Empfänger der Weihnachtsspende für den Süden zu nehmen, kam von Dr. Westphal selbst. „Die Atmosphäre innerhalb des Vereins ist sehr familiär. Mir gefällt besonders, dass die Vereinsarbeit sich sehr auf die Kinder und Jugendlichen konzentriert und dass es so eine große kulturelle Diversität unter den Mitgliedern gibt. Den DJR zeichnet ein starker Zusammenhang und gegenseitiges Verständnis untereinander aus. Es freut mich sehr, dass sie in diesem Jahr die Weihnachtsspende erhalten“, so Dr. Constantin Westphal.

Der Verein wurde im Oktober 1999 als politisch- und konfessionsneutrale Selbstorganisation für junge russlanddeutsche Spätaussiedler:innen gegründet. Er ist seitdem ein anerkannter freier Träger der Jugendhilfe und seit 2000 Mitglied des Frankfurter Jugendrings. Ein Jahr später schloss sich der Verein dem Hessischen Jugendring (HJR) an. Der hauptsächliche Zweck ist die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen bei ihrer sozialen und politischen Integration. In den 90er Jahren kamen große Migrationswellen aus dem europäischen Osten in den Westen als Folge des Zerfalls der Sowjetunion. Viele Familien mit Kindern sind aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion nach Deutschland eingewandert. Die Entwurzelung im jungen Alter hat bei vielen Kindern und Jugendlichen zu vielfältigen Integrationsprobleme und Identitätskrisen geführt, besonders in sprachlicher und kultureller Hinsicht. Schon ein paar Jahre nach der Gründung fanden nicht nur russlanddeutsche Jugendliche in dem Verein ein zweites Zuhause. Der DJR ist bis heute eine verlässliche Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund, und steht für eine breite kulturelle Vielfalt.

Die Aufgabe des Vereins ist die Bildung von Netzwerken und Interessenvertretungen auf verschiedenen Ebenen. Es gibt eine Sonntagsschule, regelmäßige Seminare und Workshops für Interessenten allen Alters. Seit 2010 hat der Verein mehrere Betreuungseinrichtungen in Frankfurt: Die KiTa „Winnie Puuh“, die bilinguale Krippe „Winnie Mini“, die Kunst-orientierte KiTa „Fantasia“, die Sport-orientierte KiTa „Olympia“, der Hort „Villa Wissen“, und das Bildungs- und Kulturzentrum samt Kinderclub. Der Verein fördert Erinnerungskultur, Bildungsarbeit und Integrationsprojekte. Diese Faktoren sind wichtig für den Identifikationsprozess junger Menschen mit Migrationshintergrund. Das Ziel ist die Stärkung ihres Selbstwertgefühls und die Förderung der gesellschaftlichen Teilnahme. Aktuell besuchen Kinder aus 18 unterschiedlichen Nationalitäten die Einrichtungen.

Natalia Wagner ist seit der Gründung im DJR tätig und hat die Weihnachtsspende von Dr. Westphal entgegengenommen: „Trotz Pandemiezeit liegt ein gutes Jahr für unseren Verein hinter uns. Wir konnten wieder viele Kinder bei ihren Anliegen unterstützen und weiterhin eine zweite Heimat für sie sein. Wir haben uns sehr gefreut, als wir erfahren haben, dass wir die Spende von der Nassauischen Heimstätte erhalten und waren überrascht, wie schnell und unkompliziert alles verlaufen ist.“ Die Frage, wie die Spende der Nassauischen Heimstätte investiert werden soll, wurde demokratisch entschieden. Die erste größere Anschaffung war ein Beamer, mit welchem nun regelmäßige Kinoabende veranstaltet werden.