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Mit 3D-Scanner: Digitales Aufmaß in Rüdesheim

Unternehmensgruppe

Drei energieintensive Nachkriegsgebäude will die NHW zusammen mit dem Startup ecoworks über industriell vorgefertigte Fassadenmodule klimaneutral machen. Damit diese in Produktion gehen können, wurde jetzt das digitale Aufmaß genommen.

Dem 3D-Laserscanner entgeht nichts: "Das Gerät erstellt in einem Arbeitsgang zusammen mit einem 360-Grad-Foto ein bis auf zwei Millimeter genaues virtuelles Abbild des gesamten Gebäudes. Da wird jede Beule in der Fassade sichtbar", erklärt Sven Schubert. Der Projektmanager im NHW-Unternehmensbereich Modernisierung / Großinstandhaltung begleitet das Team von ecoworks beim digitalen Aufmessen in Rüdesheim. Gemeinsam mit dem Berliner Startup will der Unternehmensbereich drei renovierungsbedürftige Nachkriegs-Wohngebäude zu klimaneutralen Vorbildbauten entwickeln – mit industriell vorgefertigten Modulen. Um diese passend herzustellen, braucht es den millimetergenauen 3D-Scan als Grundlage für die Werkplanung. Aus den erfassten Daten werden danach Fassadenmodule und Dachelemente in der Fabrik speziell für die Rüdesheimer Gebäude maßgeschneidert. In die einzelnen, mehrere Meter langen Bauteile sind Fenster, Mineralfaserdämmung und die notwendigen Einbauten für die Haustechnik bereits integriert. Vor Ort werden sie wie eine zweite Haut an die vorhandene Fassade gesetzt.

Virtuelles Modell zum Nachmessen

Dafür erstellt ein Mitarbeiter mit dem Laserscanner, der über eine eingebaute 8-Mega-Pixel-HDR-Kamera verfügt, von verschiedenen Standorten aus mehrere 360-Grad-Aufnahmen der Umgebung. Diese wird mit einer sogenannten Punktewolke erfasst. Für jeden abgetasteten Materialbereich wird ein Punkt gesetzt. Unzählige dieser Punkte ergeben dann in einem XYZ-Koordinatensystem im Computer das virtuelle Abbild. "In diesem Modell findet man jedes noch so kleine Detail der drei Gebäude. Dadurch kann man bei der Konstruktion der Fassadenteile immer wieder virtuell nachmessen, ob alles passt", sagt Sven Schubert.

Im Sommer 2020 wird dann die Fassadenmodernisierung vor Ort beginnen. "Unser Projekt ist das erste dieser Art in Hessen", erzählt Unternehmensbereichsleiterin Karin Hendriks stolz. Mit Hilfe der vorgefertigten Module hofft der Unternehmensbereich Modernisierung / Großinstandhaltung, auch die Bauzeit gegenüber konventionellen Modernisierungsverfahren zu verringern.

Für das Pilotprojekt wurden drei in die Jahre gekommen Bestandsgebäude der Unternehmensgruppe in Rüdesheim ausgewählt. Durch die Vollmodernisierung sollen sie auf Net-Zero-Standard gebracht werden, also mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern durchschnittlich so viel Energie produzieren wie die Bewohner im Jahr für Heizung, Warmwasser und Strom für Haushaltsgeräte benötigen. Nach der Modernisierung soll sich dieser auf null reduzieren und die Gebäude den KfW-Effizienzhaus 55-Standard erreichen.

Mehr zu dem Projekt mit ecoworks in Rüdesheim lesen Sie auch in unserer Presseinformation.