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Herausforderung Klimaneutralität: NHW-Geschäftsführerin auf Berliner Energietagen

Unternehmensgruppe

Und wer soll das bezahlen? Unter dieser Fragestellung sprach am Freitag, 30. April, auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) eine Expertenrunde im Rahmen der Berliner Energietage über Strategien, Instrumente und neue Möglichkeiten der Finanzierung von Gebäuden auf dem Weg zur Klimaneutralität. Mehr als 500 Teilnehmer verfolgten die digitale Veranstaltung. Für die NHW dabei: Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer.

"Quartier als Lösungsansatz in den Blick nehmen"

Sie lenkte den Fokus auf die Herausforderungen sozial orientierter Wohnungsunternehmen und stellte im Austausch mit Vertretern von Banken, Wissenschaft und Zertifizierern die Zielkonflikte der Branche heraus, gleichzeitig bezahlbare Mieten anzubieten und eine beispiellose Modernisierungswelle zu finanzieren. Als Best Practice-Beispiel würdigte sie die NHW-Quartiersentwicklung in der Melibocusstraße in Frankfurt-Niederrad, die mit der DGNB-Quartiers-Zertifizierung in Gold ausgezeichnet ist. „In der Umsetzung der klimagerechten Gebäudemodernisierung müssen alle Beteiligten frühzeitiger und umsetzungsorientierter miteinander reden und dabei vor allem auch das Quartier als Lösungsansatz in den Blick nehmen“, so Fontaine. „Zum Zweck einer nachhaltigen Quartiersentwicklung müssen Eigentümer, Energieversorger, Finanzierer und Kommunen konkrete Entwicklungsstrategien abstimmen, sonst werden wir die ambitionierten Klimaschutzziele verfehlen.“

Die Veranstaltung passte in die aktuelle politische Diskussion und Gesetzgebung. Einen Tag zuvor hatte das Bundesverfassungsgericht das Klimaschutzgesetz für teilweise verfassungswidrig erklärt. Die aktuellen Vorschriften verschieben demnach hohe Emissionsminderungslasten unumkehrbar auf Zeiträume nach 2030 zu Lasten der jungen Generation. Der Gesetzgeber muss nunmehr nachbessern. Zusammen mit dem verschärften EU-Ziel ist zu erwarten, dass die Entscheidung auf eine stärkere Begrenzung der zulässigen Emissionen auch für Gebäude hinausläuft.

Gemeinsam Lösungsstrategien entwickeln

Einen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur wie geplant auf deutlich unter 2 Grad und möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, sei dann nur mit immer dringenderen und kurzfristigeren Maßnahmen machbar. „Von diesen künftigen Emissionsminderungspflichten ist praktisch jegliche Freiheit potentiell betroffen, weil noch nahezu alle Bereiche menschlichen Lebens mit der Emission von Treibhausgasen verbunden und damit nach 2030 von drastischen Einschränkungen bedroht sind“, heißt es in der Erklärung. Aufgrund dieser Einschätzung gilt es künftiger noch stärker, gemeinsame Lösungsstrategien zu entwickeln, um die Zeit bis 2050 bestmöglich zu nutzen und Finanzmittel gewinnbringend für alle einzusetzen.