Kooperationen im Rahmen des Projektes Soziale Stadt
Seit 1999 gibt es das Förderprogramm „Soziale Stadt“. Es widmet sich Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf, in denen die Wohn- und Lebensverhältnisse mit Hilfe breit gefächerter Maßnahmen verbessert werden sollen. Derzeit profitieren davon rund 260 deutsche Städte und Gemeinden. Alleine bis zum Jahr 2004 leistete der Bund hierfür Finanzhilfen von über 400 Millionen Euro.
Grundlage der Sozialen Stadt ist das „integrierte Handlungskonzept“. Nachdem man erkannt hatte, dass allein bauliche Maßnahmen zur Vermeidung sozialer und ökonomischer Probleme nicht ausreichen, wurde ein Ansatz entwickelt, der netzwerkartig alle betroffenen Menschen/Akteure eines bestimmten Stadtteils einbezieht: Vereine, Geschäfte, soziale Träger, Schulen, Kindertagesstätten, Wohnungsgesellschaften, Arbeitsverwaltung, Wirtschaftsförderung, Kulturveranstalter und viele mehr.
Seit dem Start des Förderprogramms sind die Nassauische Heimstätte und die Wohnstadt als wichtige Partner in Nord- und Südhessen beteiligt. Viele der Mieter haben schon von diesem Engagement profitiert: In bisher rund 100 großen und kleinen Projekten der beiden Unternehmen wurde das Wohnumfeld verbessert und Impulse für eine bessere Nachbarschaft gesetzt. Dazu zählen zum Beispiel Quartierscafés, Baumpatenschaften, Mama-lernt-Deutsch-Kurse, Seniorentreffs, der Aufbau von Hilfenetzen, eine kompetente Aussiedlerberatung und vieles mehr.
Fulda-Aschenberg
Schwerpunkt der Soziale-Stadt-Projekte der Wohnstadt ist – neben Hünfeld-Tiergartenviertel und Eschwege-Heuberg – der Stadtteil Fulda-Aschenberg. Die für die 60er Jahre typische Hochhaussiedlung liegt auf dem Plateau des Aschenbergs. Rund 10.000 Menschen leben hier, darunter viele Jugendliche und Aussiedler. Die Wohnstadt, die in diesem Gebiet fast 600 Wohnungen vermietet, unterstützte hier bisher rund 18 Projekte, von denen manche bereits abgeschlossen, andere fortlaufend sind.
So errichtete das Unternehmen zum Beispiel im Jahr 2000 für das Projekt „Werklaube“ auf seinem Grundstück Adenauerstraße 8–12 ein neues Gebäude in der Größe einer Doppelgarage, in der junge Deutsche und Spätaussiedler ohne Berufsaussichten erste handwerkliche Grundfertigkeiten erlernen können. Sozialer Träger dieser Maßnahme ist das Diakonische Werk.
Ähnlich gut angenommen wird das Beschäftigungsprojekt „BergWerk“. Seit vier Jahren schon stellt die Wohnstadt hierfür eine Wohnung zu niedrigem Mietzins zur Verfügung, die sie mit Hilfe des Förderprogramms für diese Zwecke extra umgebaut hatte. Das BergWerk dient den Jugendlichen vom Aschenberg als Anlaufstelle, in der sie berufliche und soziale Kompetenzen entwickeln können. Sie erhalten Arbeitsmöglichkeiten als Umzugshelfer oder Dienstleister bei Aufgaben rund um die Wohnhäuser. Unter Anleitung führen sie Reinigungsarbeiten auf Spielplätzen und Müllstellplätzen aus und beseitigen Chaos nach „Sperrmülltagen“. Vier verschiedene soziale Träger leiten das Projekt, bei dem aus „jugendlichen Störenfrieden“ nach und nach „jugendliche Helfer“ werden, die sich mit ihrem Stadtteil besser identifizieren.
Frankfurt-Unterliederbach
Von den bislang über 70 Soziale-Stadt-Projekten, an denen die Nassauische Heimstätte federführend oder begleitend tätig war, entfallen rund zehn auf den Frankfurter Stadtteil Unterliederbach-Ost. Rund 3.300 Menschen leben in diesem Quartier, das keinen gewachsenen Ortskern hat und nur wenig Versorgungsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf bietet. Hier wohnen zum einen sehr viele Kinder und Jugendliche, zum anderen recht viele Senioren über 70 Jahren.
Zum besseren Miteinander im Stadtviertel tragen viele Aktionen bei, so etwa die von den Bewohnern selbst gegründete Nachbarschaftskonfliktvermittlung und der Nachbarschaftsverein. Für Letzteren stellt das Unternehmen das ehemalige Gärtnerhaus der Regiebetriebe zur Verfügung.
Nachbarschaftspreis der Stadt Frankfurt am Main
Dieser Preis wird jährlich im Rahmen des kommunalen Programms „Soziale Stadt - Neue Nachbarschaften“ als Ausdruck der Wertschätzung der vielfältigen Ansätze des Bemühens um ein besseres nachbarschaftliches Miteinander verliehen. Ziel der Preisverleihung ist die Förderung und Anerkennung des Engagements und besonderer Leistungen von Einzelpersonen oder Gruppen bei der Aktivierung einer lebendigen Nachbarschaft.
Der jährliche Wettbewerb wird in zwei Kategorien ausgeschrieben: Kategorie I richtet sich an bestehende Gruppen und Einzelinitiativen, die schon positive Ergebnisse und Entwicklungen vorweisen können. Die Kategorie II richtet sich an Gruppenaktivitäten / Initiativen, die sich in Planung und Aufbau befinden.
2009 konnten wieder drei Preisträger aus Quartieren der Nassauischen Heimstätte ausgelobt werden.
Standorte Soziale Stadt
Ansprechpartnerin:
Tanja Steinke
Tel. 069 6069-1138
Mail: tanja.steinke@naheimst.de





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