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Stadtteiltreff ist aus dem Stadtteilleben nicht mehr wegzudenken: „Aus temporär wird dauerhaft!“

Beteiligungs-Workshop mit Nutzern am Tag der Städtebauförderung zur Zukunft des Stadtteiltreffs als dauerhafter Neubau in Hofheim Nord.

Jede Menge gute Ideen: Rund 25 Akteure hielten ihre Anregungen für den Neubau des Stadtteiltreffs auf Papiertischdecken fest. Eine Rolle spielten unter anderem das Raumkonzept und die Gestaltung der Außenanlagen. Foto: NHPS / Sabine Antonius

Hofheim Nord - Am Samstag, 05. Mai 2018, fand bei strahlendem Sonnenschein zum vierten Mal in Deutschland der Tag der Städtebauförderung statt. Hofheim nahm im Rahmen der Sozialen Stadt Hofheim Nord dieses Jahr zum zweiten Mal daran teil. Das Stadtteilmanagement der NH ProjektStadt hatte zusammen mit der Kreisstadt Hofheim und der Hofheimer Wohnungsbau (HWB) einen Beteiligungs-Workshop im Stadtteiltreff organisiert. Unter der Überschrift „Aus temporär wird dauerhaft!“ waren Vertreterinnen und Vertreter aller im Stadtteiltreff aktiven Gruppen zusammen gekommen, ihre Erfahrungen und Anregungen für den geplanten, dauerhaften Neubau des Stadtteiltreffs in Hofheim Nord einzubringen.
Der Erste Stadtrat Wolfgang Exner machte in seiner Begrüßung deutlich, dass die Umsetzung für die nächsten Jahre auf der Agenda stehe. „Dem bisher nur temporären Bau soll im Rahmen der Verstetigungsphase der Sozialen Stadt in den nächsten Jahren eine dauerhafte Lösung nachfolgen, möglichst an gleicher Stelle“. Die Zeit bis dahin solle genutzt werden, die über die Jahre gesammelten Erfahrungen der Nutzer in die Planung durch die HWB einfließen zu lassen und noch offene Fragen in Ruhe zu klären, beschrieb Jan Thielmann, Projektleiter für Integrierte Stadtentwicklung von der NH ProjektStadt das gemeinsames Ziel der Veranstalter. „Hofheim Nord kann und will sich heute keiner mehr ohne den Stadtteiltreff vorstellen“, so Thielmann.

Bedürfnisse und Erfahrungen der Nutzer sollen in Planung einfließen

In gemütlicher Atmosphäre konnten die rund 25 Akteure an drei vorbereiteten Thementischen ihre Ideen und Erfahrungen auf Papiertischdecken festhalten. Diskutiert wurde über die Themen „Raumkonzept und Innenraumgestaltung“, „Gestaltung der Außenanlage“ sowie „Zwischenlösung während der Bauphase“ in und vor dem Stadtteiltreff. Der mit der Projektentwicklung betraute HWB-Projektleiter André Reisig – die HWB soll die Rolle als Bauherr für den Neubau übernehmen – nahm ebenfalls teil. Er zeigte sich sehr angetan über die Möglichkeit, die Bedürfnisse und Erfahrungen der Nutzer schon vorher zu kennen und so in seine spätere Planung ganz konkret einfließen lassen zu können.
Die Wunschlösung der Gruppen ist ganz klar ein Neubau an gleicher Stelle, wofür der Grundstückseigentümer, die Familie Eirich, die bereits seit Jahren ihr Grundstück kostenfrei zur Verfügung stellt, auch bereits ihre Bereitschaft signalisiert hat. Der Standort hat sich sehr bewährt, hieß es von allen Teilnehmenden.
Für die zukünftige Innenraumgestaltung kamen als Verbesserungsvorschläge aus der Praxis eine geräumigere Küche für gemeinsames Kochen, Trennwände für eine variablere Raumaufteilung und mehr Lagerflächen für die Materialien der zahlreichen dort aktiven Gruppen. In Bezug auf das Außengelände wurde die Hoffnung geäußert, einen nutzbaren Außenbereich zu schaffen, um Veranstaltungen bei schönem Wetter auch ins Freie zu verlagern. Auch ein Vordach zum Abstellen von Rollatoren der älteren Besucher und als Lärmschutz für neue, über dem Stadtteiltreff mögliche Wohnungen sowie Hochbeete für Kräuter waren weitere Empfehlungen. Auf die schwierigste Frage nach einer Zwischenlösung während der Bauphase, wenn der Stadtteiltreff am gleichen Standort neu gebaut wird, entwickelten die Teilnehmer ebenfalls konstruktive Vorschläge. So wurde die Idee entwickelt, diese Zeit als Chance zu nutzen. Unter dem Motto „Stadtteil in Bewegung“ könnten zum Beispiel vorhandene Räume beim TV 1860 Hofheim, dem Kinder- und Familienhaus „Frechen Spatzen“ oder bei EVIM zumindest temporär genutzt werden. Selbst ein privater Wohnraum wurde angeboten.
Susanne Schindler, städtische Programmverantwortliche für die Soziale Stadt, resümierte begeistert: „Die Gruppen haben uns tolle Vorschläge mitgegeben und es herrschte eine konstruktive Stimmung. Alle Beteiligten hatten viel Spaß und empfinden die frühe Beteiligung als sehr positiv. Jetzt müssen wir den Zeitplan konkretisieren und die Lösung für die Übergangszeit während der Bauphase planen.“
Der Stadtteiltreff jedenfalls ist aus dem Stadtteilleben nicht mehr wegzudenken

Hintergrundinformationen Stadtteiltreff

Für alle Beteiligten ist klar, dass sich der Stadtteiltreff seit seiner Errichtung schnell zu einer festen Instanz im Stadtteil entwickelt hat und dass es auch nach Ende der Laufzeit der „Sozialen Stadt“ einen Stadtteiltreff geben muss. Der derzeitige, in seiner Farbgebung auffällig gestaltete Stadtteiltreff wurde 2009 im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ in Hofheim Nord in Containerbauweise auf dem Grundstück in der Homburger Straße 1 zunächst als eine temporäre Einrichtung durch die HWB Hofheimer Wohnungsbau im Auftrag der Stadt errichtet. Das dafür genutzte Grundstück ist in Privatbesitz der Familie Eirich, die dieses seit Jahren kostenfrei zur Verfügung stellt. Genutzt wird der Treff von den unterschiedlichsten Gruppen mit offenen Angeboten wie Spieleabende, Gesprächskreise, Handarbeitskurse, Frühstücks- und Mittagstreffen, Bewohnerberatung, internationale Frauentreffen, Gemeindetreffen und Serviceangeboten für die Menschen im Stadtteil.

Hintergrundinformationen Tag der Städtebauförderung

Der Tag der Städtebauförderung wurde von Bund, Ländern, dem Deutschen Städtetag sowie Städte- und Gemeindebund initiiert und verfolgt das Ziel, die Bürgerbeteiligung in den Städten und Gemeinden zu stärken und die Erfolge durch die Städtebauförderung deutlich zu machen. Mehr als 500 angemeldete Kommunen aus ganz Deutschland zeigen mit rund 650 Veranstaltungen, wie die Programme der Städtebauförderung das Lebensumfeld der Bürgerinnen und Bürger positiv verändern und wie sie sich in die Entwicklung der eigenen Stadt einbringen können.

Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt mit Sitz in Frankfurt am Main und Kassel bietet seit 95 Jahren umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Wohnen, Bauen und Entwickeln. Sie beschäftigt rund 720 Mitarbeiter. Mit rund 60.000 Mietwohnungen in 140 Städten und Gemeinden gehört sie zu den zehn führenden deutschen Wohnungsunternehmen. Der Wohnungsbestand wird aktuell von rund 260 Mitarbeitern in vier Regionalcentern betreut, die in 13 Service-Center untergliedert sind. Unter der Marke „ProjektStadt“ werden Kompetenzfelder gebündelt, um nachhaltige Stadtentwicklungsaufgaben durchzuführen. Bis 2021 sind Investitionen von rund 1,5 Milliarden Euro in Neubau von Wohnungen und den Bestand geplant. 4.900 zusätzliche Wohnungen sollen so in den nächsten fünf Jahren entstehen.