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09.03.2010 15:43

Vom Mieter zum Eigentümer in Westhausen

In der Frankfurter Siedlung plant die Nassauische Heimstätte ein Verkaufsprogramm für ihre Mieter

Es handelt sich dabei um 327 mietbare Reihenhäuser mit jeweils rund 82 Quadratmeter Wohnfläche. „Wir möchten diese Immobilien an die dort bereits wohnenden Mieter oder deren Angehörige verkaufen und so die Möglichkeit schaffen, günstig Eigentum zu erwerben“, berichtet der Leitende Geschäftsführer Bernhard Spiller. Nur leerstehende Wohnungen sollen auch an Dritte, zum Beispiel Eigennutzer, verkauft werden können. Es handelt sich um das erste Mieterprivatisierungsprogramm des Unternehmens in Frankfurt. „Westhausen bietet sich dafür geradezu an, weil die Gebäudestruktur ohnehin einer Reihenhaussiedlung entspricht und sich die Mieter in einem hohen Maß mit ‚ihren Häusern’ identifizieren“, so Spiller. Es müsse aber keiner kaufen oder anderenfalls ausziehen. Wer auch in Zukunft lieber als Mieter der Nassauischen Heimstätte dort wohnen wolle, könne dies selbstverständlich weiterhin tun. Das Verkaufsprogramm sei ohnehin langfristig angelegt.

Zurzeit prüfe das Unternehmen in einer Machbarkeitsstudie die technischen und kaufmännischen Voraussetzungen für ein Verkaufsprogramm, es stünde deshalb noch unter einem gewissen Vorbehalt. Auch zu Verkaufspreisen könne man zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen. Sobald man konkrete Ergebnisse habe, wolle man die Mieter umfassend informieren und auch vor Ort auf Fragen der Mieter eingehen.

Geprüft werde unter anderem die Ausgestaltung denkmalschutzrechtlicher Aspekte. Die Siedlung Westhausen wurde Anfang der dreißiger Jahre von Ernst May erbaut und steht nach dem Gesetz zum Schutz der Kulturdenkmäler als schützenswerte Gesamtanlage unter Ensembleschutz. Um dem Rechnung zu tragen, möchte die Nassauische Heimstätte zukünftige Käufer auch vertraglich darauf verpflichten, jegliche Veränderungen an der vorhandenen Bausubstanz und der Freianlagen der Unteren Denkmalschutzbehörde anzuzeigen und die erforderlichen Genehmigungen einzuholen.

Von den 327 Gebäuden sind 144 derzeit mit noch je zwei Wohnungen vermietet. Da diese „Kleinstwohnungen“ mit rund 40 Quadratmeter keinesfalls mehr heutigen Wohnbedürfnissen entsprächen, wolle man diese Häuser unter Ausnutzung der Fluktuation sukzessive ebenfalls als Einfamilienhäuser anbieten. Insgesamt handelt es sich in dem geplanten Verkaufsprogramm um eine Wohnfläche von ca. 27.000 Quadratmeter.